Montag, 7. Juni 2010

Gestern...

auf dem Stoffmarkt.

Frau Buchhändlerin entdeckt einen kleinen Stand mit Bändern... Bänder! Bänder kann man nun wirklich nie genug haben. Aber Bänder machen zunächst auch erst einmal blind. Weil... haben wollen! Dann der Preis. Oh, ganz schön teuer. Aus dem Augenwinkel dann einen Stoff entdeckt. Mit Fliegenpilzen... Fliegenpilze! Ich frage nach dem Preis und bekomme eine patzige Antwort. Und schaue in ein mutziges Gesicht (sagt man hier so). Bedeutet schlecht gelaunt, übellaunig, rotzig... Und da dämmert es mir so langsam. Die kenn' ich doch... Von einem anderen Stoffmarkt. Bei der hab ich doch sogar damals was gekauft. Und mir damals schon einen Anranzer eingefahren. Und mich damals schon gewundert. Wieso verkauft sie denn so missgelaunt Stoffe und Bänder? Stoffe machen doch glücklich, die will man streicheln, falten, stapeln, anschauen, sortieren.
Frau Buchhändlerin ist in der Beziehung mitunter etwas merkwürdig und kauft trotzdem, weil, wie gesagt... haben wollen.
Frau Buchhändlerin sagt: "Ich komme auf der zweiten Runde noch mal vorbei."
Und bekommt als Antwort: "Ich zwinge ja keinen, meine Stoffe zu kaufen!"
Und Frau Buchhändlerin denkt: "Dann blooß dir jet!" (sagt man hier so) Bedeutet so viel wie: "Du kannst mich mal!" Und kommt ohne Fliegenpilzstoff nach Hause...seufz!

Liebe Grüße, Ihre Frau Buchhändlerin


Kommentare:

  1. Da kann ich dich voll und ganz verstehen. Irgendwie würde einem dieses mißgelaunte Gesicht immer wieder einfallen, wenn man den tollen Stoff in den Händen hält. Dabei kann der ja nix dafür.

    LG
    Annette

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  2. Na vielleicht ist es bei der Dame ebenso:
    streicheln, falten, stapeln, anschauen, sortieren...eifersüchtig bewachen, neidisch sein, behalten, nur nix hergeben, meins, meins, meins... warum sie sich dann allerdings damit auf einen Markt stellt? Vielleicht wird sie gezwungen? Ja bestimmt erzählt sie dem Göttergatten "weißt Du Schatz, ich kaufe soviel Stoff, weil ich ihn doch auf dem Stoffmarkt mit ordentlichem Preisaufschlag weiterverkaufe, genau wie die kilometerlangen Stoffbänder...." Und dann, ja dann muß sie sich wohl oder übel, dem Haussegen zuliebe, wirklich einen Stand mieten, ihre Stofflieblinge der Öffentlichkeit preisgeben, befingern lassen, muß Preise nennen für etwas, was das kostbarste ist, was sie besitzt... aber ganz offensichtlich weiß sie sich ja auf raffinierte Art und Weise zu helfen.
    Jedenfalls seltsam!
    Kopfschüttelnde Grüsse
    Frau von STiL

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  3. Oh, man, das ist mir auch schon so oft passiert...manche Händler werde ich nie verstehen...

    GGLG
    Tanja

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