Mittwoch, 3. August 2011

Kleine mal ganz groß...


Lange habe ich Ihnen schon nichts mehr aus meinem Buchladen-Alltag erzählt, aber heute soll's dann mal wieder so weit sein.
Keine große Sache, aber für mich schon ein bißchen zum Nachdenken.

Ein älterer Herr kommt zu uns in den Laden und sagt, er sei am Sonntag an unserem Schaufenster vorbei gelaufen, und weil er unsere Auswahl an Büchern so toll fand und er zudem eine Beratung brauchte, sei er extra noch einmal her gefahren.
Er wird wohl in der Vorweihnachtszeit in einem Einkaufscenter außerhalb der Stadt für 4 bis 6 jährige Kinder Geschichten vorlesen. Kinder, die normalerweise mit Büchern nicht so viel anfangen können und daher vielleicht nicht so leicht zu begeistern sein werden.
Sie können sich vorstellen... bei so außergewöhnlichen Beratungsgesprächen sind wir hier voll in unserem Element. Da laufen wir zu Hochtouren auf.
Unsere Empfehlungen reichten von Daniel Napp's "Dr. Brumm" über Gerstenberg's "Hausbuch der Märchen", Esslinger's Erzählungen (die schönen mit dem Leinenrücken) bis hin zu Kirsten Boie's "Alles ganz wunderbar weihnachtlich". Und wir hätten noch mehr gekonnt... Erwin Moser's fantastische Geschichten, Tilda und ihre Freunde aus dem Heckenrosenweg und und und...
Er war wohl ganz angetan, der Herr, von unserem Einsatz für Kinderbücher und zog dann irgenwann einen Zettel aus der Tasche und gab zu, vor dem Besuch in unserem Laden in einem der großen Buchkaufhäuser gewesen zu sein, um sich auch dort beraten zu lassen. Was man ihm da als Empfehlung auf den Zettel geschrieben hatte?
Lindgren, Pettersson und Jim Knopf.
Dass Sie mich nicht falsch verstehen... Das sind alles wunderbare Bücher.
Aber sollte man als "Buchhändler" nicht trotzdem mehr Ideen haben? Oder sind das keine Buchhändler mehr, die da arbeiten?
Für mich hatte das den Anschein, als hätten die da im großen Buchkaufhaus egal für welches Kundenproblem nur eine Hand voll Lösungen parat.
Schimpfen Sie ruhig mit mir, wenn ich Unrecht habe.

Viele Grüße von Ihrer Frau Buchhändlerin

Kommentare:

  1. Warum soll man sie da schimpfen? Ich persönlich mag die kleiner Buchhandlungen auch lieber. Mein Lieblingsbuchladen gehört zwar zu einem ganz Großen, aber die Filiale ist klein, man kennt sich und die Beratung ist einfach klasse. Dort scheut sich auch niemand zu sagen, dies ist nicht mein Fachgebiet, fragen Sie mal die Kollegin oder ich frag sie, wenn sie wieder da ist.
    Bleibt zu hoffen, dass der ältere Herr auf ihre Tipps zurückgreift, denn die anderen Bücher sind zwar klasse, aber die werden noch eher gekauft, als die von ihnen genannten.
    Weiterhin viel Freude bei Ihrer Arbeit.
    Annette

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