Herr Buchhändler hatte gestern was auszuliefern, wenige Bahnhaltestellen entfernt, und erlebte Folgendes:
Ein altes Ehepaar fragte im untersten Bereich des U-Bahn-Tunnels nach einem Fahrstuhl. Eine junge Frau gab bedauernd die Auskunft, dass es an dieser Haltestelle leider keinen Fahrstuhl gibt und verwies auf die Rolltreppe.
Die alte Frau gab ängstlich preis, dass dies keine Option sei, da sie sich nicht traute, mit der Rolltreppe zu fahren.
In dem Moment kam die Bahn, Herr Buchhändler stieg ein und ließ die Szene nachdenklich hinter sich.
Als er zwanzig Minuten später zurück war, sah er die beiden, zum Glück wohlbehalten, oben auf der Straße stehen. Sie hatten also die ganzen zwanzig Minuten gebraucht, um Stufe für Stufe die Treppen hinauf zu klettern.
Herr Buchhändler, bekannt für schnelle Lösungen, erklärte mir:
"Mensch, da hätte man doch bloß zwei starke Männer nehmen müssen, die die Frau rechts und links unter den Arm nehmen, dann einfach anlupfen, die Alte, rauf auf die Rolltreppe und schon wäre die Sache erledigt gewesen."
Wenn man bedenkt, wie viele U-Bahn-Stationen in dieser Großstadt so weit unter der Erde liegen, als wolle man Kohle zutage fördern, ausgerechnet diese aber oft keinen Fahrstuhl besitzen, so könnte man auf die Idee kommen, dass die Stadt sich, anstatt U-Bahn-Stationen nachzurüsten, lieber darauf verlässt, dass immer starke Männer zum "Anlupfen" bereit stehen.
Ts, ts.