Freitag, 24. Dezember 2010

Welch eine Überraschung...

...lag heute noch im Briefkasten! Post aus Österreich!

Also da war ich wirklich platt! Schauen Sie mal, was
aus dem Umschlag herausgepurzelt kam:



So schöne Bänder. Ein wahrer,
kleiner Schatz.

Liebe Lisi,

vielen, vielen Dank für diese schöne Überraschung! Da fing das Weihnächtlerherz doch noch an zu schlagen...;-)

Wieder da...

Ich wollte Ihnen eigentlich zeigen, dass wir Familienzuwachs bekommen haben, der es sich vorzugsweise auf Schuhen, Stiefeln und prall gefüllten Taschen bequem macht:




Ich wollte Ihnen eigentlich zeigen, dass mir die Zahnfee Zimtzähne gebacken hat, die so lecker sind, dass man nicht mehr aufhören kann, in die Dose zu greifen und einen nach dem anderen herauszufischen und aufzuessen:



Ich wollte Frau von Stil eigentlich bitten, mir bei einer schwierigen Operation zu helfen, da sie bewiesenermaßen Erfahrung hat mit der Rettung von Engeln:



Von einem Bummel über den Weihnachtsmarkt mit der lieben Zahnfee wollte ich Ihnen berichten, wollte Ihnen kleine Geschichten aus meinem Buchhändlerinnenalltag erzählen, Fotos vom Schnee zeigen, vom Chaos in der Stadt, aber... es ging nichts mehr. Herr Buchhändler und ich, wir haben gearbeitet... 7 Tage die Woche. Jeder Morgen fing mit dem Satz an:

"Ich muss heute unbedingt..."

Das war quasi unser Mantra in den letzten Wochen. Wir sind fertig, geschafft und freuen uns dennoch, dass wir das erste Weihnachtsgeschäft als Selbstständige über die Bühne gebracht haben. Und... wir sind zufrieden.

Auch wenn ich kein so ausgeprägtes Weihnächtlerherz habe, so bin ich doch froh, dass Heiligabend ist, dass draußen die Schneeflocken umeinander wirbeln, dass es bei uns heute Abend Raclette gibt, dass alle meine Lieben wohlauf und glücklich sind und wünsche Ihnen in diesem Sinne:

Fröhliche Weihnachten!

Feiern Sie schön, lassen Sie es sich gut gehen, machen Sie einen Schneespaziergang, trinken Sie ein gutes Glas Wein, eine Tasse Tee oder Milch mit Honig... kurzum... seien Sie einfach glücklich!

Liebste Festtagsgrüße von Ihrer

Frau Buchhändlerin

Freitag, 19. November 2010

Tauziehen

Vor einigen Monaten erhielt ich einen Anruf von einem (meistens schwierigen) Kunden.
Es ging um die siebenbändige Ausgabe von "Harry Potter"...gebunden...mit Leinenrücken...im Schuber.
Er fragte mich, ob es genau diese Ausgabe im Zuge des neuen Harry Potter Filmes vielleicht in Kürze in einer neutraleren Ausgabe geben würde. Ihm gefielen die Cover nicht.
Beim Verlag nachgefragt und die Antwort erhalten, es sei keine neue Ausgabe mit anderen Covern geplant.
Beim Abholen unterhielt sich Herr Buchhändler mit ihm darüber, dass diese Ausgabe doch eigentlich ganz schön sei und gar nicht grell und mit Leinenrücken. Ein schönes Weihnachtsgeschenk.
Gestern erhielt ich eine Mail, in der er mir vorwarf, ich hätte ihm verschwiegen, dass es nun doch eine kartonierte günstigere Ausgabe geben würde.
Wir hatten nie, nicht auch nur einmal über den Preis gesprochen. Es ging in allen Gesprächen immer nur um das Cover, das ihm nicht gefiel.
Und nun geht das Tauziehen los. Wer hat Recht? Er behauptet natürlich, so sei es nicht gewesen.
Ich weiß, ich erbringe Dienstleistungen. Aber muss ich deswegen immer klein beigeben?
Es ist im Grunde eine Kleinigkeit, aber manchmal könnte ich wegen so was einfach nur losheulen.
Meine Mutter hat um des lieben Friedens Willen früher oft in solchen Situationen den Satz gesagt:

"Du hast Recht, und ich hab meine Ruhe!"
oder
"Faust in der Tasche machen."

Aber wird dabei nicht immer mindestens einer ungerecht behandelt?
Mir stinkt das manchmal!

So, das war mein Wort zum Freitag!

Frustierte Grüße,

Ihre Frau Buchhändlerin

Donnerstag, 11. November 2010

Gedanken einer Buchhändlerin

Das Haus, in dem sich mein Laden befindet, ist gleichzeitig ein Wohnhaus mit kleinen Wohnungen, in denen hauptsächlich junge Leute wohnen. Studenten und so.
Die sind natürlich nie zu Hause, wenn der Paketmann 2x klingelt, und ich muss immer die Päckchen von den Leuten aus dem Haus entgegen nehmen.
Nicht selten landen dann auch Lieferungen vom großen Amazonas hier bei mir, aus denen mangels ordentlicher Verpackung auch schon mal Bücher rauspurzeln.
Bücher, die ich genauso schnell bis zum nächsten Tag besorgen könnte.
Bücher, die derjenige sich dann genauso hier bei mir abholen könnte, wie er sich auch sein Amazonas-Packerl bei mir abholen muss. Nur mit dem Unterschied, dass das Geld dann in der Kasse einer kleinen, niedlichen Buchhandlung klingeln würde, statt im großen, tiefen Amazonas zu versinken.
Ist doch irgendwie schade, das.

Trotzdem optimistische Donnerstagsgrüße

von Ihrer Frau Buchhändlerin


Donnerstag, 4. November 2010

Ich gebe zu...

...ich bin momentan etwas blogmüde. Der Alltag einer selbstständigen Buchhändlerin gibt irgendwie nicht so richtig was her.

Ich könnte Ihnen zwar ein Foto meiner letzten Auftragsarbeit zeigen:


Aber, Sie würden sicherlich behaupten:
"Ach, schon wieder ein Namenskissen!"
Recht hätten Sie!
Ich bewundere immer wieder die Ideen der anderen Bloggerdamen, die fast täglich etwas Nettes schreiben, ihre Nähkünste zeigen und und...
Aber ich stehe leider den ganzen Tag im Geschäft und da passiert so wenig.

Sie merken schon, mit mir ist zur Zeit nicht viel los.

Zumindest könnte ich Ihnen aber noch diese entzückende Nase präsentieren:


Ich habe mich nämlich am vergangenen Wochenende als Dogsitterin zur Verfügung gestellt und nach über einem Jahr der Hundelosigkeit völlig vergessen, wie oft man beim Gassigehen mit wildfremden, älteren Herren (jawohl, es sind immer die Herren der Schöpfung, niemals die Damen!) über das Wegräumen der Häufchen diskutieren muss.

Sonntag brause ich zum letzten Stoffmarkt für dieses Jahr. Vielleicht wird mich das etwas aufheitern. Sie wissen ja, Stoffe machen glücklich!

Demnächst dann vielleicht auch wieder öfter mal was von mir. Vielleicht, vielleicht...

Viele Grüße,

Ihre Frau Buchhändlerin

Montag, 11. Oktober 2010

Frankfurter...

Buchmesse am Sonntag ist...

...keinesfalls empfehlenswert, wenn man...

...unter Klaustrophobie leidet.
...mehr als eine Halle/ein Thema anschauen möchte.
...Angst vor verkleideten Mangamädchen hat.
...nicht über den Haufen gerannt werden möchte von den "Es-gibt-was-umsonst!"-Sammlern.

...absolut empfehlenswert, wenn man...

...Bücher liebt!

Und dennoch... nächstes Jahr auf keinen Fall mehr am Sonntag auf die Messe!

Eine schöne Woche wünscht Ihnen Ihre

Frau Buchhändlerin

Freitag, 24. September 2010

Big Fish in the Sea...


Grade hatten Herr Buchhändler und ich Besuch aus Japan.
Zwei japanische Herren standen vor unserem Lädchen und fotografierten die Außenwerbung.
Dann kamen sie herein, schauten sich um und waren ganz begeistert von Tilda Apfelkern.
(Wer ist das nicht, gell Frau Maus!?)

Als Herr Buchhändler dann mutig auf Englisch fragte, ob er denn helfen könne, entwickelte sich so etwas wie ein Gespräch, bei dem sich herausstellte, dass die Herren aus Kobe kommen, dort ein Antiquariat führen und hier in Deutschland die Buchhandelslandschaft studieren.
Die beiden konnten es kaum fassen, wie viel Platz wir in der Mitte unseres Ladens frei lassen und erklärten, dass man in Japan jeden Platz ausnutzen und bis unter die Decke mit Büchern füllen würde.
Gekauft haben Sie dann ein Dinosaurier-Pop-Up mit Geräuschen und ein Buch über Wale und Delfine ("We are looking for a book with a big fish in the sea like Moby Dick, you know?")

So, die Bücher gehen nun auf eine weite Reise und zwei unserer Visitenkarten auch. Schmunzel!

***

Kommen Sie gut ins Wochenende auch wenn's regnet wie aus Eimern,

Ihre Frau Buchhändlerin